Ersatzteile kaufen - was beachten?

Ersatzteile kaufen - was beachten? Online-Kauf von qualitativ hochwertigen Autoteilen

Früher oder später wird jedes Auto, auch ein Neuwagen, fällig für den Nachkauf von Teilen - und wenn es nur Verbrauchsmaterialien wie Bremsbeläge, Ölfilter oder Luftfiltereinsätze sind. Es versteht sich von selbst, dass es sich dabei um sehr spezifische Teile handelt, die nicht einfach querbeet durch Marken und Modellen verbaut werden können. Mit der richtigen Teilebeschaffung über das Internet, damit alles passt, (nicht) wackelt und Luft hat, beschäftigt sich dieser Artikel.

Punkt 1

Bevor es das Internet gab...

In der automobilen Epoche vor Aufkommen des Internets war die Anbieterpalette für Autoteile recht überschaubar und größtenteils auf regionale Angebote reduziert, der Einfachheit halber. Natürlich konnte man auch einen Versandhandel bemühen, aber das wäre als umständlich angesehen worden, da man auf Papierkataloge und Brief-/Telefonkommunikation angewiesen blieb. Der naheliegendste Ansprechpartner für Original-Teile war der Vertragshändler der Automarke, mit Autohaus und Werkstatt, dessen Produkt man fuhr. Außer bei exotischen Marken konnte man von einer flächendeckenden Verteilung von Vertragshändlern ausgehen, die auch einen Teileverkauf über ihr Lager betrieben. Der Kunde kam ins Autohaus, zur Theke des Teilelagers, und beschrieb dem Lageristen, was er haben wollte.

Zur Identifikation der passenden Teile wurde er dort nach dem Fahrzeugschein gefragt. Hilfreich waren auch bebilderte Teilekataloge des Herstellers, über den sich Teile samt Ersatzteilnummer finden ließen. Liebhaber eines bestimmten KFZ, die dies länger zu fahren beabsichtigten, konnten diese Ersatzteilkataloge auch gleich kaufen und zuhause eine Vorauswahl treffen.

Punkt 2

Die Voraussetzung für perfekte Teile-Zuordnung

So ganz ausgedient haben die Fahrzeugpapiere inzwischen nicht, man wird auch weiterhin danach gefragt, wenn man im Autohaus nach Teilen fragt und die korrekte Zuordnung zu Modell, Ausführung und Erstzulassung getätigt werden soll. Keiner hat Lust auf Reklamationen, wenn nicht das richtige Teil verkauft wurde und es nicht passt - weder der Kunde, noch das Autohaus.

Die Fahrzeugpapiere enthalten die KBA und die Fahrgestellnummer - das Kriterienduo, um die Bauart eines KFZ zu ermitteln. Die KBA (Kraftfahrbundesamt) Nummer setzt sich nochmals zusammen aus zwei Angaben, den HSN und TSN.

Die HSN ist das Kürzel für den Autohersteller, die TSN geht näher auf das Modell ein. Beide stehem in der Zulassungsbescheinigung Teil 1 (Fahrzeugschein) in Abschnitten 2.1 und 2.2 (hießen früher "zu 2" und "zu 3").

Diese Nummern werden auch in den Suchmasken von Autoteile-Shops wie Motointegrator abgefragt.

Die Fahrgestellnummer ist eindeutiger und genauer als die KBA.

Freilich sind das nicht die einzigen Nummern am Auto, jedoch können die Nummern so wichtiger Baugruppen wie des Motors (mit eigener Seriennummer) in der Regel aus der Fahrgestellnummer abgeleitet werden.

Schwieriger wird es, wenn das Fahrzeug im Lauf seiner Nutzung elementare Teile wie eben den Motor bereits ausgetauscht bekam. Das steht dann nämlich nicht in der Fahrgestellnummer und bleibt dem Hersteller unbekannt. Möchte der Kunde dann Teile rund um seine Maschine, bekommt er wohl Teile genannt, die zu seiner Originalmaschine passen würden, aber vielleicht nicht zur Ersatzmaschine, wenn die nicht ganz derselbe Typ ist.

Übrigens gibt es noch herstellertypische Nummernsysteme wie die PR-Codes für Erzeugnisse des VAG-Konzerns (Audi, VW, Skoda), VET für die des FIAT Konzerns, oder ORGA für solche des PSA Konzerns (Citroen, Peugeot).

Punkt 3

Zeitgemäße Beschaffung von Ersatzteilen

Heute hat der Autonutzer eine Menge Alternativen zu seinem regionalen Vertragshändler der Marke seines Vertrauens. Viele Teilehändler tummeln sich im Internet mit ihren Webshops, wo sie manchmal markenbeschränkt, manchmal markenübergreifend Originalteile anbieten. Ja, sogar chinesische Direktvertriebler bemühen sich, in Webshops KFZ-Teile an private Abnehmer weltweit zu verkaufen.

Hier soll nun nicht bewertet werden, ob das nicht dieselben Teile sind, die auch in einem zertifizierten deutschen Webshop auftauchen. Was ihnen jedoch ziemlich sicher fehlen wird, ist eben die Zertifizierung des Teilesortiments durch die Automarke oder die ECE. Was eine Automarke unternimmt, um den Ersatzteilmarkt zu ihren Fahrzeugen zu lenken und von unliebsamer Konkurrenz abzuschotten, ist ihre eigene Sache. Was für alle gleichermaßen gilt, sind die Qualitäts- und Sicherheitsvorgaben durch EU Normen im Geltungsbereich der Europäischen Gemeinschaft und der Wirtschaftskommission ECE etwas darüber hinaus.

Der eigentliche Ritterschlag findet in Form der Vergabe einer OE Nummer, für die die Einhaltung der Normen angenommen werden kann, statt. Damit ist dann für ein Ersatzteil die Zusicherung einer Qualitätssicherung verbunden. Von Nachbauten auf dem Markt kann das je nach Herkunft nicht immer gesagt werden.

Punkt 4

Wo finde ich die OE Nummer?

Die OE Nummer ist die "Original-Ersatzteil" / "Original-Equipment" Nummer, wie sie üblicherweise auf verbauten Originalteilen eines fabrikneuen Autos zu finden ist. Das kann ein Aufkleber sein, aber auch eine eingestanzte Folge aus Buchstaben und Zahlen. Auf Teilen, die für den Besitzer sichtbar bleiben, wie zum Beispiel die Inneneinrichtung im Fahrgastraum, wird ein Hersteller natürlich versuchen, die OE Nummern so anzubringen, dass sie unsichtbar bleiben, solange das Teil eingebaut ist.

Erst im ausgebauten Zustand kann man sie finden, etwa auf der Rückseite einer Türverkleidung oder unterhalb eines Sitzes. Niemand möchte überall Aufkleber sehen, wenn er sie nicht benötigt, will sie aber dennoch finden, wenn er sie braucht. Wer also mit einem Teil, das eine OE Nummer aufweist, zum Händler seines Vertrauens pilgert, hat wenigstens in der Frage der Zuordnung bereits gewonnen.

Alte Autos sind jedoch noch nicht mit durchnummerierten Teilen ausgestattet. Das schließt aber nicht aus, dass Zulieferer oder Hersteller nachträglich Teilen für Altwagen OE Nummern zuordnen könnten, für die leichtere Einfügung in ihre Logistik.

Punkt 4

Erstausrüsterqualität - was ist das?

Die Original-Ersatzteile werden beworben mit der "Erstausrüsterqualität", was nichts anderes heißen will, als dass die Qualität dieser Ersatzteile gleichauf sein soll mit denen, die bei Auslieferung des fabrikneuen Autos verbaut waren. Zulieferer können ja gleichzeitig Einbauteile an den Autohersteller liefern und einen Teil ihrer Produktion derselben Teile für den "Automotive Aftermarket" zurücklegen. Diese kommen dann als Originalteile für die Automarke in den Handel und tragen immer noch die Symbole und Markennamen der Autohersteller.

Ohne diese Namen werden die Teile weiter auf dem "Independent Automotive Aftermarket" vertrieben. Hier dominieren dann an den Bauteilen oder Verpackungen die Namen der Zulieferer selbst, zum Beispiel Bosch oder SKF. Es ist immer noch die Rede von absolut identischen Teilen, unter verschiedenen Labels. Sie werden gern angepriesen mit Ausdrücken wie "Erstausrüsterqualität" oder "Originalersatzteilqualität", was ja auch nicht verkehrt ist.

Die Abstriche an Güte setzen erst bei zertifizierten Nachbauten und unzertifizierten Nachbauten ein, gefertigt von Betrieben, die nichts mehr mit Autohersteller oder seinem Zulieferer zu tun haben. Erstere sind wenigstens noch durch die ECE-Homologation (für den Geltungsbereich der Economic Commission for Europe) gelaufen und mussten Mindestanforderungen für die Zulassung erfüllen. Unzertifizierten Nachbauten fehlen selbst diese, sie sind als Plagiate anzusehen und daher ggf. unzuverlässig.

 Punkt 4

Die Herkunft eines Ersatzteils und die Frage der Qualität

In Zeiten von Bewertungsportalen und der leichten Veröffentlichung von Beschwerden im Internet wird ein Händler von gutem Ruf sich vorsehen, keine Plagiatware in seinem Ersatzteil-Webshop anzubieten, auch wenn damit ein Preisvorteil verknüpft sein kann. Dazu kommen mögliche juristische Auseinandersetzungen, wenn seine Teile im Einsatz Defekte bedingen oder gar Unfallursache werden, sowie Garantien der Hersteller aufgrund ihres Einbaus für die ganze Baugruppe oder das Fahrzeug komplett erlöschen.

Ein seriöser Händler wird also darauf verweisen, welcher Natur die Autoteile in seinem Webshop sind, und mit Zertifizierungen oder Markennamen werben. Billighändler sowie solche außerhalb des Geltungsbereiches der ECE können dagegen Plagiatsware führen, die man nur auf eigenes Risiko kaufen kann.

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